Delphische Spiele der Jugend in Johannesburg
vom 14. Bis 20. November 2011 im Afrikanischen Museum, Stadtmitte von Johannesburg
Wir deutschen Teilnehmer, der Generalsekretär Christian Kirsch, die beiden Filmemacher Sabine und Axel Sperl, der Airbrusher Matthias Scheidig und ich waren in einem Familienhotel untergebracht, in einer zauberhaften alten Villa mit Garten und alten Bäumen und Wäsche auf der Leine.
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Anna und Tochter Nomvula
kochten und putzten und
wussten das Password für
den Netzwerkschlüssel.
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Am Abend der Ankunft gab es einen Begrüßungsempfang vom NDC-Südafrika.
Gäste: NDC-Russland (7), NDC-Philippines(3),NDC-Polen (1), NDC-Germany (2). NDC Südkorea (2) und NDC Indien (1).
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Die Opening-Zeremonie im Afrikanischen Museum:
Zu den NDC Vertretern aus aller Welt kamen noch Gäste und Künstler aus anderen Afrikanischen Staaten. Noch vor der Zeremonie nahmen alle Anwesenden an einer Führung durch die Geschichte Afrikas teil, vom 250 Millionen Jahre alten Menschenschädel bis in die neueste Geschichte Jo´burgs.
Das Opening-Programm begann mit der Wasserzeremonie, die immer am Beginn der Delphischen Spiele steht, in antiker Tradition, vergleichbar mit dem Entzünden des olympischen Feuers. Der Professor der Kunsthochschule Johannesburgs hielt eine flammende Rede für die Gleichberechtigung aller Menschen, am Reichtum eines Landes teilzuhaben, die kulturellen Traditionen zu achten und zu ehren.
Eine sehr gute afrikanische Gesangs-und Rhythmustruppe, die die gesamten Spiele begleitete, war das Highligt der Eröffnungsfeier. Freundliche Versorgung aus Assietten. Folklore im Foyer des Museums, öffentlich für Publikum, mit Tanz. Tanz gehört zum Alltag Südafrikas, eine verbindende, gut funktionierende Einladung, Gemeinsamkeit zu schaffen.
In den darauf folgenden Tagen wechselten sich Foren über Ursprung und Bedeutung der Delphischen Idee mit kulturellen Beiträgen aus den Ländern ab
Themen der täglichen Foren:
Die Traditionen in Südafrika sind ein großes Thema, was ist geschehen mit den großen Traditionen, was hat sich entwickelt aus der und nach der Kolonialisierung. Afrika weiß viel über die westliche Kunst aber was wissen wir über Afrika? Die Universalität der Wahrheit und Schönheit kann über die Delphischen Spiele befördert werden. Jede Kultur ist eine Präziose, wenn man daraus ein Mosaik legt, was für eine Plattform!
Afrika will seine Position in der globalisierten Welt behaupten, aber wie, das war meines Erachtens nur Theaterdonner, keine wirkliche Strategie. Ich hatte den Eindruck, die Südafrikaner legen zu viel gespieltes, gewolltes Selbstbewusstsein vor, als dass es wirklich gelebt sein kann. SA spricht von den königlichen Finanzoligarchen, die haben jedwede Möglichkeiten, aber es kommt nichts von dort. Es sind hier in SA andere Verhältnisse, aber wenn Kultur hier nicht zur Kulturwirtschaft wird, können die Künstler lange warten und singen. In Germany haben wir auch kein Geld, aber Kulturwirtschaft ist in Deutschland ein ökonomischer Faktor, z.B. über Projektanträge zu nutzen.
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Mein Diskussionsbeitrag: Wir Künstler,
und vor allem die jungen Leute,
müssen das Wort Kuturförderung
streichen aus unserem Kopf. Wir
müssen es ersetzen durch Kultur-
investition. Denn in die Kultur in-
vestieren, das bringt Rendite für
die Zukunft. Wir sind keine Bittsteller,
das muss auch der Wirtschaft klar
werden, Kultur ist kreativer Partner,
nicht Garnierung.
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Immer wieder kommt das Gespräch auf die Möglichkeiten heutiger Vernetzung durch die modernen Medien. Da hatten die allgegenwärtigen Studenten der Kunsthochschule Johannesburgs gute Ideen und Vorschläge, aber sie ließen immer die wirtschaftlichen Partner außen vor. Kulturmanagement ist noch kein Begriff im kulturpolitischen Leben.
Ein Thema war auch die gleiche Fragen wie bei uns: Wie kann man Talente entwickeln, im Sinne der Delphischen Bewegung. Was haben sie in SA bisher nicht getan, was sie hätten tun sollen? Sie wollen Programme mobilisieren in den Kommunen, denn die Weltökonomie wird künstlerische Freiheit nicht unterstützen. Vereinigungen wie Steve Jobs, Apple, eine humanitäre Leistung, die Welt zu verbinden zu vernetzen, das wünschen sie sich für die Delphic Movement. Bis tief in die Nacht fanden mit Künstlern und Studenten Diskussionen über Möglichkeiten zur Verbreitung der Delphischen Idee statt, ein gutes Gefühl des gemeinsamen Interesses.
Künstlerische Beiträge:
Hervorzuheben ist ein Film aus Russland mit englischen Untertiteln, über Ursprung der Spiele bis in die Gegenwart, mit Ausschnitten aus allen bisher stattgefundenen Delphischen Spielen.
Der Wettbewerb der Poeten war beeindruckend, nach dem offiziellen Wettbewerb traten viele Poeten aus dem Publikum auf, sie stürmen unbefangen die Bühne, das Publikum nahm begeistert Anteil.
Großartig und professionell waren die HippHopp Auftritte, Step und Rock´n Roll, gefeierte Stars, hohes Niveau.
Ebenso beeindruckend war Storytelling, stimmgewaltig, mit Gesang vermischt, alle Teilnehmer kamen aus Afrika.
Stimmgewaltig auch zwei Sängerinnen aus Johannesburg, Inhalt der Songs war meist ein Appell an das Gute im Menschen, die Schönheit und Härte der Natur Afrikas, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt, eine glühende Hinwendung zu Idealen, wie sie Nelson Mandela proklamierte. In der Uni von Joburg veranstalteten junge Designerinnen im Rahmen der Delphischen Jugendspiele eine tolle Modeausstellung, großer Anspruch an Abendmode, viele lange Kleider, viel Stoff, viel Tüll und leichte Gewebe.
Im gleichen Gebäude eine Ausstellung von Plakaten, Gemälden, viele Gemälde hatten Gewalt zum Thema, für unsereins emotionale Aufarbeitung von Traumata afrikanischen Alltags, expressive Ausstellungen über zwei Etagen.
In einer anderen Etage Designerschmuck, wunderbar kreativ, z.B. Ringe für zwei Finger, Perlen zu Blüten gearbeitet, traditionelle Kunst aus Gauteng, dem Bezirk um Johannesburg.
Künstler aus Europa:
Wir Europäer waren mit Soloinstrumenten vertreten, ein hervorragender Jazzer auf der Klarinette, 18 Jahre, aus Polen und ein Trompeter, 16 Jahre, aus Petersburg. Sie spielten solo und gemeinsam mit den Musikern aus den afrikanischen Ländern. Eine Professorin und berühmte Malerin aus Petersburg veranstaltete einen Mal-workshop, großer Tisch in der Mitte, Nassbilder, aus der nassen Farbe werden Bäume etc. herausgeschabt, neue Farben hinzu, Pinseltupfer, in 5 Minuten ist ein Landschaftsbild fertig. Die Kunststudenten und Besucher versuchten sich begeistert in dieser Maltechnik.
Matthias Scheidig aus Essen erhielt die großartige Erlaubnis, außen am Museum eine Wand mit einem großen Graphity zu gestalten. Mit ihm zusammen arbeitete ein junger Graphity-Künstler aus Joburg, eine außergewöhnliche und bleibende Erinnerung für die Einwohner von Johannesburg an die Delphischen Spiele der Jugend 2011 in Joburg. Und außerdem ein unkonventioneller Schritt, dieser Kultur eine Plattform zu bieten. Die Closing-Zeremonie
Mr. Park (c) by www.artsight.de
Die Closing-Zeremony vereinte alle anwesenden Künstler zu einem delphischen Fest, großen Zuspruch fand Prinz Mr. Park aus Südkorea mit seiner außergewöhnlichen und tags zuvor vom König Südafrikas ausgezeichneten traditionellen Gesangskultur Südkoreas.
Afrika ist gesegnet mit reicher Kultur, vielen Talenten, bekannten Künstlern. Sie haben eine große Welt an Talenten für Wissen und Kunst. Die Delphische Bewegung ist eine großartige Bewegung, Kunst, Ökonomie und Geschäftswelt zusammen zu bringen. Das ist noch ein weiter Weg, aber wir werden es versuchen.
Alle Aktivitäten wurden dokumentiert von Axel und Sabine Sperl, tolle Fotos und ein beeindruckender Film über die Spiele in Johannesburg.
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